VDE-AR-N 4120: Technische Regeln für Anschlüsse an das Hochspannungsnetz
Die Energiewende ist elektrisch – und mit ihr steigt die Zahl der Anlagen, die ans Netz müssen. Einheitliche Normen wie die VDE-AR-N 4120 gewinnen an Bedeutung – auch auf europäischer Ebene. Sie gewährleisten Sicherheit und Netzstabilität.
Was regelt die VDE-AR-N 4120?
Das Hochspannungsnetz überträgt und versorgt über lange Strecken einzelne Regionen mit elektrischer Energie. Unter die TAR Hochspannung (VDE-AR-N 4120) fallen folgende Bereiche:
- Drehstromnetz mit einer Netzfrequenz von 50 Hertz
- Netzspannungen von 60 kV bis einschließlich 150 kV
Ziel der VDE-AR-N 4120: Einheitliche Anschlussregeln für den sicheren Betrieb von Hochspannungsanlagen.
Warum ist die VDE-AR-N 4120 wichtig?
- Garantiert Systemstabilität
- Schafft Planungs- und Investitionssicherheit
- Setzt europäische Vorgaben um
Novellierung 2024 – Die wichtigsten Neuerungen
- Wirkleistungsabgabe bei Über- und Unterfrequenz
- Fault Ride Through (FRT) – Durchfahren von Netzfehlern
- Fähigkeit zur Bereitstellung von Regelleistung
- Optimierte Nachweisprozesse für mehr Effizienz
Formular-Download VDE-AR-N-4120
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Häufig gestellte Fragen und Antworten
Für welche Anwendungsbereiche ist die VDA-AR-N 4120 gültig?
Die Regelung gilt für den Anschluss und Betrieb von Kundenanlagen an das öffentliche Hochspannungsnetz, zum Beispiel Bezugs- und Erzeugungsanlagen, Speicher, Mischanlagen und Ladeeinrichtungen. Typischerweise liegt die Netzspannung zwischen 60 und 150 Kilovolt. Vollumfänglich gilt die VDA-AR-N 4120 für Erzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung von über mehreren Megawatt.
Welche Regelung gilt für Anlagen mit einer installierten Leistung unter 950 kW?
Für kleineren Anlagen unter 950 kW gelten vereinfachte Regeln. Dem trägt die Ergänzung VDE-AR-N 4120/A1 Rechnung. Künftig werden die Anforderungen von der weniger komplexen Regelung VDE-AR-N 4110 (TAR Mittelspannung) abgedeckt.
Was konkretisiert die VDE-AR-N 4120 nach ihrer Weiterentwicklung und Harmonisierung im Jahr 2024?
Seit ihrer Novellierung spiegeln sich in der VDE-AR-N 4120 auch die europäischen Netzkodizes wider. Berücksichtigung fand unter anderem die NC RfG (Network Code Requirements for Generators). Die EU-Verordnung wurde 2016 verabschiedet und definiert europaweit einheitliche Mindeststandards für den Netzanschluss neuer Stromerzeugungsanlagen.
Wesentliche Punkte der Harmonisierung nach EU-Vorgaben:
- allgemeine Grundsätze für den Netzanschluss und die Ausgestaltung der Übergabestation
- Anforderungen an die statische Spannungshaltung (Blindleistungsbereitstellung) und Anlageverhalten bei Netzstörungen, z. B. Nichtabschalten bei Kurzstörungen (Fault-Ride-Through, kurz FRT)
- Anpassung der Wirkleistung bei Frequenzänderungen im Netz
- Schutzbestimmungen für den verbesserten Netz- und Anlagenschutz
- Konkretisierung der benötigten Zertifizierungen (Einheiten-, Komponenten- und Anlagenzertifikate) sowie der Inbetriebsetzungsprotokolle